Illustration eines Pferdes mit Outdoordecke und Temperatur-Symbolen zur Frage, wie viel Gramm eine Pferdedecke bei welcher Temperatur braucht

Pferdedecke: Wie viel Gramm bei welcher Temperatur? Tabelle für 0–200 g

0 g, 50 g, 100 g oder doch schon 200 g? Sobald die Temperaturen sinken, stehen viele Pferdebesitzer genau vor dieser Frage. Besonders schwierig wird es im Herbst und Frühjahr, wenn morgens nur wenige Grad herrschen, am Nachmittag aber wieder die Sonne herauskommt.

Eine einfache Regel wie „bei 5 °C braucht jedes Pferd 100 g“ gibt es leider nicht. Ein ungeschorenes, gesundes Pferd mit dichtem Winterfell und trockenem Unterstand kann bei Temperaturen problemlos ohne gefütterte Decke auskommen, bei denen ein vollständig geschorenes oder älteres Pferd bereits zusätzlichen Schutz benötigt.

Noch wichtiger: Wind und Nässe können entscheidender sein als die reine Zahl auf dem Thermometer. Untersuchungen zum Verhalten von Pferden unter winterlichen Bedingungen zeigen beispielsweise, dass Pferde bei nassem und windigem Wetter häufiger Schutz suchen als bei trockenem Frost.

In diesem Ratgeber erfährst du deshalb nicht nur, welche Pferdedecke bei welcher Temperatur ungefähr passt. Wir zeigen dir auch, wie sich 0 g, 50 g, 100 g, 150 g und 200 g unterscheiden und woran du erkennst, ob deinem Pferd tatsächlich zu warm oder zu kalt ist.

Infografik zur Pferdedecke mit Temperaturbereichen und Orientierung für 0 g, 50 g, 100 g, 150 g und 200 g bei geschorenen und ungeschorenen Pferden

Pferdedecke: Welche Gramm bei welcher Temperatur?

Die folgende Tabelle ist bewusst als Orientierung und nicht als starre Vorschrift gedacht.

AußentemperaturUngeschorenes PferdGeschorenes PferdTypische Füllung, falls eingedeckt
über 15 °Cnormalerweise keine Deckemeist keine Decke, bei Bedarf Regenschutz0 g
10 bis 15 °Cmeist keine Decke, bei Regen eventuell 0 gje nach Schur und Wetter 0 bis 50 g0–50 g
5 bis 10 °Chäufig keine Decke oder 0 g bei Nässe, empfindliche Pferde eventuell 50 ghäufig etwa 50 bis 100 g0–100 g
0 bis 5 °Cje nach Fell, Haltung und Wetter keine Decke bis etwa 100 ghäufig etwa 100 bis 150 g50–150 g
-5 bis 0 °Chäufig etwa 50 bis 150 g, robuste Pferde eventuell weiterhin wenigerhäufig etwa 150 bis 200 g100–200 g
unter -5 °Cstark individuell, bei robusten Pferden weiterhin deutlich weniger möglichhäufig 200 g oder stärker150–200+ g

Wichtig: Ein gesundes, an den Winter gewöhntes Pferd mit dichtem Fell kann deutlich niedrigere Temperaturen tolerieren als wir Menschen. Penn State Extension beschreibt eine sehr große individuelle Spannweite für die untere kritische Temperatur eines Pferdes. Fell, Körperkondition, Alter, Gesundheit, Wind, Niederschlag und Gewöhnung verändern diese Grenze erheblich.

Die Tabelle beantwortet daher nicht die Frage „Ab welcher Temperatur MUSS eine Pferdedecke drauf?“, sondern:

Wenn mein Pferd eine Decke braucht, welche Füllung ist ein sinnvoller Ausgangspunkt?

Was bedeuten 0 g, 50 g, 100 g, 150 g und 200 g überhaupt?

Die Grammangabe beschreibt die Menge der isolierenden Füllung der Pferdedecke. Vereinfacht gilt:

Je höher die Grammzahl, desto stärker die Wärmeisolierung.

Dabei solltest du die Grammzahl nicht mit der Stärke oder Haltbarkeit des Außenmaterials verwechseln.

0 g Pferdedecke

Eine 0-g-Decke besitzt keine isolierende Füllung. Typisch sind ungefütterte Regendecken und Turnout-Decken.

Sie eignet sich vor allem als Schutz gegen:

  • Regen
  • Wind
  • Schmutz
  • wechselhaftes Übergangswetter

Aber: 0 g bedeutet nicht automatisch „kein Einfluss auf die Wärme“.

Das Winterfell eines Pferdes isoliert unter anderem dadurch, dass sich die Haare aufstellen und zwischen ihnen eine Luftschicht entsteht. Eine Decke legt das Fell an. Penn State weist deshalb darauf hin, dass eine ungefütterte Decke bei einem ungeschorenen Pferd die natürliche Piloerektion einschränken kann, ohne selbst viel Isolation hinzuzufügen.

Genau deshalb sollte man einem robusten Pferd nicht automatisch eine 0-g-Decke auflegen, nur weil es draußen kühl ist.

50 g Pferdedecke

50 g sind der leichte Zwischenschritt zwischen reiner Regendecke und klassischer Übergangsdecke.

Diese Füllung ist interessant für:

  • geschorene Pferde bei mildem Herbstwetter
  • empfindliche Pferde
  • nasskalte Übergangsphasen
  • Pferde, denen 0 g zu wenig und 100 g bereits zu viel sind

Gerade bei stark wechselnden Temperaturen kann 50 g erstaunlich praktisch sein.

100 g Pferdedecke

100 g gehören zu den vielseitigsten Füllungen.

Eine 100-g-Pferdedecke kann für geschorene Pferde bei kühleren Temperaturen interessant sein und bei empfindlichen ungeschorenen Pferden den Übergang zum Winter abdecken.

Sie ist jedoch keine automatische „5-Grad-Decke“. Ein robustes Islandpferd mit dichtem Winterfell hat völlig andere Voraussetzungen als ein geschorenes Warmblut.

150 g Pferdedecke

150 g liegen bereits klar im wärmeren Übergangs- beziehungsweise leichten Winterbereich.

Die Stärke eignet sich besonders für Pferde, bei denen 100 g nicht mehr ausreichend sind, eine klassische schwere Winterdecke aber noch unnötig wäre.

Für geschorene Pferde kann diese Füllklasse deshalb sehr interessant sein.

200 g Pferdedecke

200 g gelten häufig als Medium- beziehungsweise Winterfüllung.

Eine Untersuchung verschiedener Deckenstärken zeigte, dass 200-g- und 400-g-Decken bei sehr kalter Witterung die Oberflächentemperatur der untersuchten Pferde stärker aufrechterhielten als eine ungefütterte Decke oder gar keine Decke. Gleichzeitig war der Versuch klein und liefert ausdrücklich keine universelle Temperaturtabelle für jedes Pferd.

Das zeigt gut, warum die Grammzahl zwar eine Rolle spielt, aber niemals allein betrachtet werden sollte.

Warum die Temperatur allein nicht entscheidet

Wenn du wissen möchtest, wie viel Gramm die Pferdedecke haben sollte, solltest du mindestens sechs Faktoren berücksichtigen.

1. Ist dein Pferd geschoren?

Das ist einer der größten Unterschiede überhaupt.

Winterfell bildet eine isolierende Luftschicht. Wird das Pferd geschoren, geht ein Teil dieser natürlichen Isolation verloren.

Studien zur Thermoregulation zeigen deutliche Unterschiede zwischen geschorenen und ungeschorenen Pferden, insbesondere beim Wärmeverlust und bei der Abgabe von Wärme nach Belastung.

Auch die Art der Schur zählt. Ein vollständig geschorenes Pferd ist nicht mit einem Pferd vergleichbar, bei dem nur Hals und Brust geschoren wurden.

2. Regen verändert die Situation massiv

Ein trockenes Pferd mit dichtem Winterfell kann Kälte erstaunlich gut tolerieren.

Wird das Fell nass, verliert es einen Teil seiner isolierenden Wirkung. Penn State nennt deshalb Regen, Eisregen und fehlenden Witterungsschutz ausdrücklich als wichtige Gründe, überhaupt über eine Decke nachzudenken.

Darum können +5 °C mit starkem Wind und Dauerregen unangenehmer sein als -3 °C bei trockener, windstiller Luft.

Wenn dein Hauptproblem Nässe ist, findest du in unserem Ratgeber zu wasserdichten Regendecken für Pferde passende Modelle und weitere Hinweise zur Wasserdichtigkeit.

3. Wind verstärkt die Auskühlung

Wind zerstört die isolierende Luftschicht im Fell teilweise und erhöht den Wärmeverlust.

Besonders kritisch ist deshalb die Kombination:

kalt + nass + windig

Nicht nur die Wetter-App anschauen, sondern auch prüfen, ob dein Pferd einen trockenen und windgeschützten Unterstand nutzen kann.

4. Körperzustand und Alter zählen

Ein gesundes Pferd mit normalem Körperzustand besitzt andere Reserven als ein sehr schlankes Pferd.

Auch Senioren, sehr junge Pferde oder Pferde mit gesundheitlichen Problemen können zusätzlichen Schutz benötigen. Penn State nennt unter anderem niedriges Körpergewicht, Alter und gesundheitliche Einschränkungen als relevante Faktoren beim Eindecken.

5. Haltung verändert den Bedarf

Ein Pferd in einem geschützten Stall ist anderen Bedingungen ausgesetzt als eines, das rund um die Uhr im Offenstall lebt.

Entscheidend sind beispielsweise:

  • trockener Unterstand
  • Windschutz
  • Bewegungsmöglichkeit
  • trockene Liegeflächen
  • freie Heuaufnahme

Auch Raufutter spielt eine Rolle. Bei der Verdauung von Faser entsteht Wärme. Deshalb gehört ausreichendes Heu zum Wintermanagement und kann nicht einfach durch eine dickere Decke ersetzt werden.

6. Das individuelle Pferd entscheidet

Zwei Pferde gleicher Größe und Rasse können unterschiedlich reagieren.

Beobachte deshalb immer dein eigenes Pferd und nicht nur eine Tabelle aus dem Internet.

0 bis 200 g im Vergleich: Fünf sinnvolle Beispieldecken

Für diesen Ratgeber vergleichen wir bewusst nicht fünf vermeintliche Testsieger derselben Kategorie.

Stattdessen steht jedes Modell für eine andere Füllklasse. So kannst du besser einschätzen, was du für dein Pferd tatsächlich brauchst.

ModellFüllungEigenschaftenSinnvoll fürPreis
Horseware Mio Turnout Lite0 g600D, wasserdicht, atmungsaktivRegenschutz ohne zusätzliche Füllung€€
SUNRIDE Dublin50 g600D Ripstop, wasserdicht, Liner-SystemÜbergang, wechselhaftes Wetter€€
Waldhausen NORDIC100 g600D Ripstop, wasserdicht, Clip-In-Systemkühle Übergangstage€€
Bucas Freedom Turnout150 g600D Ripstop, wasserdicht, atmungsaktivkühlere Übergangs- und Wintertage€€€
Horseware Mio Turnout Medium200 g600D, wasserdicht, atmungsaktivMedium-Winterdecke€€

Horseware Mio Turnout Lite 0 g: für Wetterschutz ohne Füllung

Die Horseware Mio Turnout Lite ist ein guter Vertreter der 0-g-Klasse.

Das Modell besitzt ein wasserdichtes 600D-Polyester-Außenmaterial und eine atmungsaktive Konstruktion. Dazu kommen klassische Frontverschlüsse, Beinausschnitte und Kreuzgurte.

Ihr Haupteinsatzgebiet ist nicht das aktive Wärmen, sondern Schutz vor Regen und Wind.

Geeignet für: Pferde, die keine zusätzliche Isolierung benötigen, aber trocken bleiben sollen.

Darauf achten: Gerade bei ungeschorenen Pferden ist 0 g nicht völlig neutral, weil die Decke das natürliche Winterfell anlegt.

  • Turnout Decke wasserdicht (MIO) von Horseware in der Farbe Black/Turq & Black: Mio T/O Lite aus der Herbst-Winter 2020 2…

SUNRIDE Dublin 50 g: der interessante Zwischenschritt

50-g-Decken werden manchmal übersehen, obwohl sie für die Übergangszeit besonders praktisch sein können.

Die SUNRIDE Dublin 50 g verwendet 600D-Ripstop-Material, eine 50-g-Füllung und ein kombinierbares Unterdeckensystem. Der Hersteller nennt außerdem eine Wassersäule von 5.000 mm und ausgewiesene Atmungsaktivität.

Besonders interessant ist das modulare System. Wird es später deutlich kälter, muss nicht zwangsläufig eine komplett neue Außendecke gekauft werden.

Geeignet für: empfindliche oder geschorene Pferde während wechselhafter Übergangsphasen.

Nachteil: Für ein robustes, ungeschorenes Pferd kann selbst 50 g bei mildem Wetter bereits unnötig sein.

  • Hook&Hold – flexibel kombinieren, sicher fixieren! Unsere clevere Lösung, die Dir hilft, SUNRIDE Überdecken und Unterdec…
  • 600D Ripstop – starke Haltbarkeit, maximale Atmungsaktivität: Dank der reißfesten Ripstop-Struktur hält die Decke selbst…
  • 5.000 mm Wassersäule – selbst bei stärkstem Regen sicher! Diese hohe Wasserdichtigkeit bedeutet, dass selbst bei anhalte…

Waldhausen NORDIC 100 g: vielseitige Übergangsklasse

Die Waldhausen NORDIC 100 g kombiniert 100 g Füllung mit einem 600D-Ripstop-Außenmaterial.

Das Modell ist wasserdicht, atmungsaktiv und verfügt über ein Clip-In-System für zusätzliche Unterdecken. Waldhausen gibt außerdem eine Wassersäule von 3.000 mm an.

Genau diese Erweiterbarkeit macht 100 g als Basis interessant.

Geeignet für: Pferde, die bereits spürbare zusätzliche Isolation benötigen, aber noch keine schwere Winterdecke brauchen.

Praxis-Tipp: Ein Liner-System kann sinnvoller sein als fünf nahezu identische komplette Decken. Du kannst dieselbe Außendecke dadurch flexibler an wechselnde Temperaturen anpassen.

  • Mit der Waldhausen Nordic Outdoordecke bieten Sie ihrem Pferd einen optimalen Outdoor-Komfort an kühlen Tagen.
  • 600 Denier Ripstop , Atmungsaktiv , Wasserdicht (Wassersäule 3000 mm)
  • Doppelter T-Frontverschluss , Befestigungsschlaufen zur Anbringung eines Halsteils , Kompatibel mit dem Clip-In Deckensy…

Bucas Freedom Turnout 150 g: leichte Winterreserve

Die Bucas Freedom Turnout 150 liegt zwischen klassischer 100-g-Übergangsdecke und 200-g-Winterdecke.

Bucas nennt für die Freedom-Reihe ein 600D-Ripstop-Außenmaterial, eine Wasserdichtigkeit von über 5.000 mm und eine Atmungsaktivität von über 3.000 g/24h/m². Die 150-g-Version verwendet thermisch gebundene Polyesterfüllung.

Interessant ist außerdem ein Detail, das beim Onlinekauf schnell untergeht: Bucas bezeichnet die Passform dieses Modells selbst als eher schmal.

Geeignet für: geschorene oder empfindlichere Pferde bei kälterem Wetter.

Nachteil: Bei kräftigen Pferden sollte die Brust- und Schulterpassform besonders sorgfältig geprüft werden.

  • BUCAS Freedom Turnout 150 g, Rückenlänge 145 cm, navy/silber
  • Rückenlänge 145 cm, navy/silber

Horseware Mio Turnout Medium 200 g: klassische Medium-Decke

Die Horseware Mio Turnout Medium bildet mit 200 g die wärmste Stufe unseres direkten Vergleichs.

Sie kombiniert 200 g Füllung mit 600D-Polyester, wasserdichtem Außenmaterial und atmungsaktiver Konstruktion.

Für viele geschorene Pferde kann diese Gewichtsklasse im Winter interessant werden. Bei robusten Pferden mit vollem Winterfell kann sie dagegen deutlich früher zu warm sein.

Geeignet für: Pferde mit klar erhöhtem Wärmebedarf und kältere Wintertage.

Nachteil: 200 g sollten nicht aus Gewohnheit den ganzen Winter getragen werden. Wird es tagsüber mild, kann ein Wechsel auf eine leichtere Decke nötig sein.

  • Turnout Decke wasserdicht (MIO) von Horseware in der Farbe Black/Turq & Black: Mio T/O Med aus der Herbst-Winter 2020 20…

7 Fehler beim Eindecken, die du vermeiden solltest

1. Das eigene Kältegefühl auf das Pferd übertragen

Wenn dir beim Stallbesuch kalt ist, bedeutet das nicht automatisch, dass dein Pferd friert.

Menschen und Pferde besitzen völlig unterschiedliche Komfort- und Temperaturbereiche.

2. Eine Wetter-App als einzige Entscheidungsgrundlage nutzen

5 °C sind nicht immer gleich.

Wind, Niederschlag, Sonne und Unterstand können den Wärmebedarf erheblich verändern.

3. Zu dick eindecken

Mehr Füllung ist nicht automatisch besser.

Ein Pferd, das unter der Decke schwitzt, ist eindeutig zu warm eingedeckt. Feuchtigkeit unter einer Decke kann Hautprobleme fördern und ist kein Zeichen von „schön warm“.

4. Die Decke tagelang nicht abnehmen

Nimm die Decke regelmäßig herunter.

Kontrolliere:

  • Schulter
  • Widerrist
  • Brust
  • Rücken
  • Haut
  • Fell
  • Körperzustand

So entdeckst du Scheuerstellen, Feuchtigkeit und Druckstellen frühzeitig.

5. Denier mit Wärme verwechseln

600D oder 1200D beschreibt in erster Linie Eigenschaften des Außenmaterials und sagt nicht, wie warm die Decke ist.

Eine 1200D-Decke kann 0 g Füllung besitzen und damit weniger isolieren als eine 600D-Decke mit 200 g.

Auch die Wasserdichtigkeit lässt sich nicht allein aus dem Denier-Wert ableiten. Dafür sind Materialbeschichtung, Verarbeitung und Wassersäule entscheidend.

6. Ein nasses Pferd einfach eindecken

Eine normale Turnout-Decke gehört grundsätzlich auf ein trockenes Pferd.

Nach dem Training sollte das Pferd zunächst kontrolliert abtrocknen beziehungsweise eine geeignete Abschwitzlösung bekommen.

7. Passform unterschätzen

Eine perfekte Grammzahl hilft nichts, wenn die Decke scheuert.

Sie darf weder an Schulter und Widerrist drücken noch so groß sein, dass sie nach hinten rutscht oder sich verdreht.

Woran erkenne ich, ob die Pferdedecke zu warm oder zu kalt ist?

Die beste Temperaturtabelle ersetzt den täglichen Check nicht.

Schiebe deine Hand unter die Decke und prüfe den Bereich hinter der Schulter beziehungsweise am Brustkorb.

Passend: angenehm warm und trocken.

Wahrscheinlich zu warm: deutlich heiß, feucht oder verschwitzt.

Möglicherweise zu kalt: Pferd zittert, wirkt dauerhaft angespannt oder zeigt andere Anzeichen von Kältestress.

Zittern ist eine aktive Form der Wärmeproduktion und ein wichtiges Zeichen dafür, dass die Komfortzone unterschritten sein kann.

Bei älteren, sehr dünnen oder gesundheitlich angeschlagenen Pferden solltest du Veränderungen außerdem frühzeitig mit Tierarzt oder Tierärztin besprechen.

Fazit: Welche Pferdedecke bei welcher Temperatur?

Die wichtigste Erkenntnis lautet:

Es gibt keine universelle Grammzahl für eine bestimmte Temperatur.

0 g, 50 g, 100 g, 150 g und 200 g sind verschiedene Isolationsstufen. Welche davon dein Pferd braucht, hängt vor allem von Fell, Schur, Alter, Körperzustand, Haltung, Wind und Nässe ab.

Für ein robustes, ungeschorenes Pferd mit trockenem Unterstand kann selbst bei niedrigen Temperaturen keine oder nur eine leichte Decke nötig sein. Ein vollständig geschorenes Pferd kann unter denselben Bedingungen bereits 100, 150 oder 200 g benötigen.

Als praktisches System funktionieren deshalb häufig mehrere klar voneinander getrennte Stufen besonders gut:

0 g für Wetterschutz, 50 bis 100 g für Übergangsbedingungen und 150 bis 200 g für Pferde mit höherem Wärmebedarf bei kälterem Wetter.

Noch flexibler sind Decken mit passenden Linern.

Und wenn du zwischen zwei Stärken schwankst, hilft häufig nicht der nächste Wetterbericht, sondern der Griff unter die aktuelle Decke. Dein Pferd liefert dir die wichtigste Information selbst.


❓ FAQ

❓ FAQ

Als grobe Orientierung dienen 0 g als Wetterschutz, 50 bis 100 g für leichte bis mittlere zusätzliche Isolation und 150 bis 200 g für kältere Bedingungen beziehungsweise Pferde mit höherem Wärmebedarf. Entscheidend sind jedoch Schur, Fell, Wind, Nässe, Haltung, Alter und Körperzustand. Eine starre Gramm-pro-Temperatur-Regel gibt es nicht.
Ein gesundes ungeschorenes Pferd kann bei 5 °C häufig noch ohne gefütterte Decke auskommen, besonders bei trockenem Wetter und verfügbarem Unterstand. Bei einem geschorenen Pferd können je nach Schur, Haltung und Wetter etwa 50 bis 100 g sinnvoll sein. Bei Regen und starkem Wind kann der Bedarf höher ausfallen.
Bei etwa 0 °C können für geschorene Pferde ungefähr 100 bis 200 g ein sinnvoller Ausgangspunkt sein. Ungeschorene, robuste Pferde benötigen bei trockenem Wetter dagegen eventuell nur eine leichte Decke oder gar keine. Wind, Regen und individueller Wärmebedarf sind wichtiger als die Temperatur allein.
Eine 0-g-Decke enthält keine isolierende Füllung. Ganz neutral ist sie trotzdem nicht. Bei ungeschorenen Pferden kann sie das Winterfell anlegen und dadurch die natürliche isolierende Luftschicht im Fell beeinflussen. 0 g sollte deshalb vor allem als Wetterschutz und nicht automatisch als Standarddecke für jedes kühle Wetter gesehen werden.
Kontrolliere regelmäßig Brust und Schulter unter der Decke. Das Pferd sollte dort angenehm warm und trocken sein. Ist das Fell feucht, verschwitzt oder deutlich heiß, ist die Decke wahrscheinlich zu warm. Dann solltest du eine leichtere Füllung wählen.
Nicht unbedingt. Gesunde, an das Klima gewöhnte Pferde mit dichtem Winterfell, ausreichend Raufutter und trockenem, windgeschütztem Unterstand können auch bei niedrigen Temperaturen häufig ohne Decke auskommen. Anders kann es bei Nässe, fehlendem Schutz, niedrigem Körpergewicht, Alter oder gesundheitlichen Problemen aussehen.